Vereinsgeschichte - Verfall

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Der Dreißigjährige Krieg, die Pest, Feuersbrünste usw. brachten dem Schützentum den Verfall und Untergang. Es gibt fast keine Armbrustschützen- noch Büchsenschützenvereinigungen mehr. Nur langsam konnte die Stadt die verheerenden Auswirkungen des Krieges überwinden.
Als am 22. Oktober 1662 eine Einladung zum Armbrustschießen nach Dresden erfolgte, erwiderte der Rat zu Nordhausen resigniert: "Wir müssen berichten, daß infolge des schweren Krieges und da unsere Stadt allewegs mit Einquartierung, Auflagen und anderen Incommoditatibus belli infestieret worden, solch Lustererzitia ganz abgekommen, sodaß daher keiner mehr bei uns zu finden, der von solchen Stahlschießen rechte Wissenschaft trage, sodaß sich auch niemand zu diesen Stahlschießen einfinden kann."
In einer Petition vom 7. August 1667, welche von 19 Bürgern unterschrieben wurde, bitten diese den Rat, das Scheibenschießen wieder einzuführen. Habe es doch schon lange vor dem Dreißigjahrigen Krieg bestanden und zwar vor der Frauenberger Stiege. Die beiden 1471 angelegten Schützengräben erstreckten sich von der Frauenberger Stiege bis zum Taschenberg. Eine Antwort seitens des Rates ist nicht bekannt. Die Zeitumstände sind diesem wahrscheinlich hinderlich. Die Pestjahre 1681-83 dezimieren die Einwohnerschaft, 1686 verbrennen 175 Häuser in der Neustadt. Erst 1693/94 erfolgte die Neugründung der Schützenkompanie, die sich recht wohl des Zusammenhangs mit den Büchsenschützen vor dem Dreißigjährigen Krieg bewußt gewesen ist. Eine Schützenkompanie muß es bereits schon 1427 gegeben haben.
1693 wird das Schießen sonntags auf den Bielenrasen angefangen und 1694 fortgesetzt. Am 5. Oktober 1694 wird die Beschaffung einer neuen Fahne beschlossen, dem folgt die Bestätigung der neuen Büchsenschützenordnung am 2. August 1695 durch den Rat und mit Siegel bestätigt. Das Sonntagsschießen wird auf den Montag verlegt. Seit 1699 ist der Frauenberger Graben, wo noch die alten Schießmauem standen, wieder benutzt worden. Die neu gegründete Schützenkompanie übernimmt die Pflichten einer Polizeitruppe in Kriegs-, Aufruhr- und Feuersnöten und als Grenzgendarmerie, wo sie sich ausgezeichnet bewälut hat. Der Rat stiftet jährlich einen silbernen Becher (Königsbecher).
   
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