Vereinsgeschichte - 1. Erwähnung

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Die erste urkundliche Erwähnung der Sebastiansbruderschaft geschah vor fast 600 Jahren, am 13. September 1420. An diesem Tag nimmt der Provinzial der Predigermönche in der Provinz Sachsen, Bruder Robertus, Professor der Theologie in Marburg, die fromme Pfeilschützenbrüderschaft zu Nordhausen - devota civitatis northusen sagittariorum fratemitas - in die Bruderschaft seines Dominikanermönchsordens auf und sichert ihr die Teilhaftigkeit an allen Messen, Vigilien, Predigten, Fasten, Gebeten usw. zu, auch soll für deren Seelen in dem Provinzialkapitel gebetet werden, wenn der Tod eines Mitgliedes dorthin gemeldet ist.
Mit der Aufnahme in den Provinzialverband der Dominikanermönche ist natürlich auch die enge Verknüpfung mit dem Lokalkloster der Predigermönche verbunden. Durch manche milden Gaben vergalten die offenbar zumeist aus wohlhabenden Kreisen der Bürgerschaft stammenden Schützen den Mönchen ihr Entgegenkommen. So bekennen der Prior Albrecht Kinderlin und die anderen Predigermönche zu Nordhausen am Heiligedreikönigsabend (5. Januar) 1421, daß die Schützen Dietrich Hüsener, Günther von Berge, Klaus Wandereyse, Konrad Görteler, Henning Etzenborn, Hans Dete nebst anderen Mitgliedern dieser Gesellschaft Gott zum Lobe und zur Ehre der heiligen Jungfrau Maria und des heiligen Sebastians inmitten ihrer Kirche eine Kerze von 30 Pfund Wachs aufgestellt haben, welche jedes Jahr erneuert werden soll. Dieser Brauch wird auch heute noch in der Alpenregion zum Sebastianstag durchgeführt. Aus dem ganzen 15. Jahrhundert sind die mannigfachsten Stiftungen von ihnen überliefert.
   
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