Vereinsgeschichte - 1. Schützenmeister

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Erster Schützenmeister (davon gab es zwei) waren der Chirurgus Johann Friedrich Wachter und der Kaiserl. Postmeister Christian Ernst Schmidt. Die Führung der Kompanie lag in den Händen der beiden Schützenmeister, welche halbjährlich abwechselnd die Kompanie führten. Ihnen unterstand der Schützenschreiber einen durch Eid gebundenen Zeiger, außerdem gab es einen Leutnant, einen Fähnrich und mehrere Corporale. Auch Matthäus Hundshagen, welcher 1699 die silberne Siegelkapsel zu den ersten Statuten gestiftet hat, ist Schützenmeister und Schützenkönig gewesen. Um das Jahr 1700 hatte die Schützenkompanie um die 30 Mitglieder. Daher mußten seitens der Führung der Kompanie Schritte unternommen werden, die Mitgliederzahl zu erhöhen. Dazu gehörte die Erlangung der Schußfreiheit für den König und die Errichtung eines Wirtshauses. Am 10. Mai 1702 wurde der Schußfreiheit für den König und dem Bau eines bei den Schützengräben gelegenen Wirts hauses zugestimmt, zu dessen Erbauung der Kurfürst von Hannover 45 Stück Stanamholz aus seinem Forst unentgeltlich geliefert hatte. Die Straße, die dorthin führte, nannte man Schützenstraße.
Das Schützenhaus gehörte der Kompanie, für die Gräben zahlte man an die Stadt 2 Taler 12 Groschen und an die Frauenberger Gemeinde 1 Taler 12 Groschen. Die Stadt zahlte für den Königsbecher 8 Taler, 22 - 24 Taler für die jährlichen Scheiben und je 4 Taler vor und nach Johanni, später als An- und Abschußgeld bezeichnet. 1712 ging man noch einen Schritt weiter und folgte dem Beispiel andrer Städte, indem man dem alljährlichen König ein freies Broihansgebräude gewährte. Dem Schützenkönig waren zwei Braulose garantiert, deren Wert ca. mit 50 Talern berechnet wurde, femer war er frei vom Geschoß-, Kunst- und Wachgeld, kurze Zeit auch vom halben Mahl- und Schrotgeld. Es ist kein Wunder, daß der Schützenkönig zu solch einem Schützenschmaus verpflichtet war, bei dem es hoch her ging. Der Auszug zum Freischießen erfolgt vom Rathaus aus, 6 Ratsdeputierte wohnen dem jährlich bei und führten den König aus und ein und gaben diesem die rechte Weihe. Erst seit 1795 unterbleibt der Auszug.
   
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